Windpark Chall in Burg, Röschenz und Kleinlützel

Lärmimmissionen

Windpark Chall: Von Lärmimmissionen betroffene Gebiete
Windpark Chall: Von Lärmimmissionen betroffene Gebiete

Im Gebiet Challhöchi der Gemeinden Burg, Röschenz und Kleinlützel planen die Industriellen Werke Basel IWB einen Windpark mit fünf Anlagen.

Aktuelle Windkraftanlagen sind 150 - 230 m hoch und emittieren Betriebsgeräusche über 105 dB(A). Diese beträchtlichen Pegel führen dazu, dass die Anlagen im weiten Umfeld Lärmimmissionen verursachen, die die Grenzwerte der Lärmschutzverordnung auch in über 1000 m Entfernung noch überschreiten können.

In ruhigen ländlichen Wohngebieten können jedoch auch schon geringere Immissionspegel zu deutlichen Störungen führen. Der von der WHO empfohlene Grenzwert nachts von 40 dB(A) kann auch noch in 2000 m Entfernung erreicht oder überschritten werden.

Insbesondere im tieffrequenten Bereich können durch amplitudenmodulierte Geräusche starke Störungen verursacht werden. Dieser Effekt wird bei Betrieb von mehreren Anlagen in einem Windpark noch verstärkt. Die Karte zeigt die von Lärmimmissionen betroffenen Gebiete im Umfeld des Windparks.

3D-Visualisierung zeigt: Landschaftsbild wird deutlich beeinträchtigt

Ansicht vom Remelturm: Der Windpark Chall würde die Ansicht klar dominieren. Ein Aussichtsturm ohne Aussicht!
Ansicht vom Remelturm: Der Windpark Chall würde die Ansicht klar dominieren. Ein Aussichtsturm ohne Aussicht!

Die fünf 200 m hohen Anlagen des von der IWB geplanten Windkraftwerkes auf dem Chall wären weithin sichtbar und würden das gewohnte Landschaftsbild nicht nur aus der Sicht der umliegenden Gemeinden sondern deutlich weiträumiger stören. Die Anlagen wären aus allen umliegenden Gemeinden deutlich zu sehen.

Der Verein wind-still hat deshalb 3D-Visualisierungen mit Google Earth erstellt, die massstäblich und realistisch zeigen, wie die verschiedenen Windparks von den Orten aus sichtbar wären. Der Bildwinkel dieser Ansichten entspricht mit 60 Grad dem natürlichen Eindruck des Menschen.

Machen Sie sich selber ein Bild davon und wählen Sie unten die gewünschte Gemeinde. Klicken Sie für eine vergrösserte Darstellung auf das gewünschte Bild.

 

Biedertal, Biel-Benken, Blauen, Bärschwil
Burg
Dittingen, Flüh, Hofstetten, Kiffis
Kleinlützel, Huggerwald
Leymen, Lutter, Metzerlen-Mariastein, Wolschwiller
Röschenz
Oltingue, Raedersdorf, Roderdorf, Roggenburg

Ist der Chall nur der Anfang eines weit grösseren Ausbaus?

Windkraftstudie BL: Die Übersichtskarte zeigt die möglichen Standorte und Klassierung. Die Gebiete 8,9 und 13 würden den ganzen Blauen bis nach Pfeffingen abdecken (Quelle: ARP BL)
Windkraftstudie BL: Die Übersichtskarte zeigt die möglichen Standorte und Klassierung. Die Gebiete 8,9 und 13 würden den ganzen Blauen bis nach Pfeffingen abdecken (Quelle: ARP BL)

Das ist leider sehr wahrscheinlich! Die im Herbst 2012 vorgestellte Windenergiestudie des Kantons Basellandschaft zeigte weitere mögliche Standorte. Wenige grosse Windparks und eine Konzentration auf wenige Standorte im Kanton werden bevorzugt. An bereits bestehenden Standorten ist ein Ausbau einfacher realisierbar und daher wahrscheinlicher. Es besteht die Möglichkeit, dass ein einmal errichteter Windpark immer weiter ausgebaut wird. Viele Beispiele hierzu finden sich in Deutschland (siehe Berichte unter "Medien"), aber auch in der Schweiz, z.B. auf dem Mont Crosin, wo mittlerweile 16 Anlagen stehen.

Im Entwurf zur Richtplanergänzung "Windkraftzonen" war es bereits ersichtlich: Auf dem Blauen sollten insgesamt 14 Anlagen entstehen. Die Gebiete 8, 9 und 13 betreffen den ganzen Blauen vom Chall bis nach Pfeffingen. Ein riesiger 9 km langer Rotorenwald wäre die Folge. Das gewohnte Landschaftsbild wäre völlig verschandelt.

Sicht von Blauen aus: Ein 9 km langer Rotorenwald würde bei einem Ausbau das beliebte Landschaftsbild in der ganzen Region weiträumig verschandeln und entwerten.
Sicht von Blauen aus: Ein 9 km langer Rotorenwald würde bei einem Ausbau das beliebte Landschaftsbild in der ganzen Region weiträumig verschandeln und entwerten.

Obwohl diese Gebiete in der Windenergiestudie des Kantons wegen der hohen Produktionskosten und dem grossen Einfluss auf das Landschaftsbild nur die hintersten Ränge belegten, waren sie im Entwurf als Windkraftzone vorgesehen. Aus Gründen zum Schutz der Landschaften von nationaler Bedeutung. Dort wird mit mehr Widerstand von Seiten der grossen Umweltverbände gerechnet. Es macht sicher Sinn, dass die Landschaften im BLN-Inventar geschützt werden. Die kantonalen Vorranggebiete sind aber nicht weniger schützenswert und für die lokale Identität meist noch deutlich wichtiger.

Wie zum Beispiel der Blauen. Er prägt das Landschaftsbild der gesamten Region von Basel bis ins Laufental. Veränderungen, die so tiefgreifende Auswirkungen auf das Landschaftsbild haben wie ein riesiger Windpark, benötigen schon eine sehr gewichtige Begründung. Das bisschen Strom, das da produziert werden könnte, rechtfertigt das sicher nicht!

Der Verlust des Chall als Naherholungsgebiet und Naturparadies sowie die gigantischen Baukosten des geplanten Windkraftwerkes der IWB stehen in keinem Verhältnis zur geringen Stromproduktion bei den schwachen Winden auf dem Chall. Auch aus der Sicht des Landschaftsschutzes wäre ein Windkraftwerk auf dem Chall absolut nicht zu verantworten!

Die Blauenkette, wie wir sie kennen und lieben - So soll sie bleiben!
Die Blauenkette, wie wir sie kennen und lieben - So soll sie bleiben!